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Damian Marley - Halfway Tree 

08.10.2001

Genauso wie der Familienname "Jackson" für anspruchsvolle Popmusik steht, garantiert der Name "Marley" durchdachten Reggae in all seinen Facetten. Bob Marley war sozusagen Ziehvater des Reggae, seine Kinder Rita Marley, Ziggy Marley und Stephen Marley Entwickler und Bewahrerinnen des Erbe.

Damian Marley - Halfway TreeDamian Marley - Halfway TreeAuch Damian Marley will in diese Reihe aufgenommen werden. So präsentiert der jüngste Spross des Marley-Clans, der sich auch "Jr. Gong" nennt, nun sein Album "Halfway Tree". Die Anfangszeilen des ersten Songs "Educated Fools" laden gleich zum Grübeln und Schmunzeln ein: "3 monkeys sittin´ under a coconut tree / discussing things as they are set to be / said one to the others / now listen you two / there ´s a strange rumor that can´t be true / they say man was descended from our noble race / but the very idea is a big disgrace / no monkey ever deserted his wife / or her baby to ruin their lives". Vorgetragen wird das Ganze als flotte Dancehall-Nummer, der Qualität einfach nicht abgesprochen werden kann. Dazu kommen Bunny Wailer, die zweite Legende neben Old Bob, Treach von Naughty by Nature und Bounty Killer, die alle ihre Verslein vortragen. Das sind nicht die einzigen Größen, die sich auf diesem Album die Ehre geben. Auch Drag-On und Eve von den Ruff Ryders sind zu hören, ebenso wie Capleton, Yami Bolo, Sabor, Daddigan, Mr. Cheeks, Jimmy Cozier und Damian´s Bruder Stephen Marley. Letzterer produzierte übrigens auch das Album. Diese Namen lassen schon erahnen, dass nicht nur Reggae eine Rolle spielt. Eher im Gegenteil. Der klassische "Bob Marley"-Reggae, wie ihn Bruder Ziggy bevorzugt, ist nur ansatzweise in "Catch A Fire" zu hören. Gemeinerweise ist das kein Cover, sondern "nur" eine Anlehnung an den Song des Vaters. Aber die Stimme bleibt hier zum Verwechseln ähnlich. Die anderen Songs schlagen schon mal tief in den R´n´B-, Hip Hop- und Soulbereich um, ansonsten herrscht textlastiger Ragga vor. Löblicherweise mit den Texten im Booklet, den diese sind auch thematisch zum Hinhören geeignet. Durchgängiges Thema ist die Verwahrlosung der Ghetto-Jugend, deren elenden Lebensbedingungen und was dagegen getan werden könnte: "Where there´s, more hungry mouths / than food to eat / it´s where the homeless / roam the street / where broken glass / and broken dreams / are shattered and scattered / amongst debris / sufferation wrath / and still they laugh / and dream of a mansion / above the half / no one to speak / upon their behalf" (Stand A Chance) Insgesamt ein hörbares Album, was durch die Sprünge in verschiedene Musikrichtungen eher gepuzzelt als weitreichend wirkt. Damain Marley zeigt, dass er intelligente Musik machen kann. Kult ist das noch nicht, aber Übung macht den Marley.

Robert Kneschke

http://www.damianmarleymusic.com http://www.ghettoyouths.com

 

 

 

 


 

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