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Interview mit De/Vision |
19.09.2001
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De/Vision werden am 1.Oktober ihr neues
Album ´Two´ in die Welt des Musikgeschehens
entlassen. Jetzt nur noch zu zweit
operierend, haben De/Vison für Two sich
erneut im Elektro - OP voll ausgelebt und
greifen wieder nach den Wurzeln ihres
Popdaseins.
Am Dienstag traf ich Steffen vor der
Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz in
Berlin und durfte im Café Zimmermann´s
endlos quälende Fragen loswerden.
 Vielleicht habt ihr diese Frage schon
öfters beantwortet, aber woher stammt
der Name De/Vision eigentlich? Ich habe
gar nichts darüber gefunden?
Ja, darüber findest du auch nichts.
Das ist eine reine Wortspielerei.
Eigentlich besteht es aus dem Wort
Division, also Spaltung/Teilung und wir
haben den Gag daraus gemacht, dass wir
das Wort teilen und noch markanter mit
diesem ´e´ machen, also ein bisschen
verfremdet. Damit die Leute nicht gleich
darauf kommen, woher es abgeleitet ist.
Ich habe eure Musik dadurch kennengelernt,
dass ich mir meine erste Joy Division
Platte kaufen wollte und fälschlicherweise
De/Vision ´World Without End´
gekauft habe. Die Musik war schon ein
bisschen anders, als ich erwartet hatte.
Ja etwas. Das ist früher oft passiert.
Früher gab es auch diese Ostberliner Band
Division, diese Punkband. Wir haben in
Dortmund gespielt und da waren Leute, die
eher dieser Musik zu getan waren. Sie haben
sich schon gewundert, warum nur Keyboards
auf der Bühne stehen.
Da gab es echt viele Verwechslungen, aber
auf ihrer Seite aber auch.
Was gibt es eigentlich für Auslöser,
dass man den eigenen Musikstil ändert,
zum Beispiel von ´gitarrenlastiger´ Musik
wieder zur Elektronik?
Uns gibt es ja schon ziemlich lange.
Wir machen jetzt 13 Jahre lang Musik. Du
probierst irgendwie verschiedene Dinge aus.
Du achtest gar nicht so auf dein Umfeld, in
diesem Sinne.
Wir haben mit ´Void´ mehr gitarrenorientierter
gearbeitet. Wir wollten einfach mal etwas
neues ausprobieren und es wird irgendwann
langweilig für dich, als Musiker, wenn du
jedesmal wirklich nur mit den Dingen
arbeitest, die du kennst. Du willst an
deine Grenzen stoßen und herausbekommen,
wie weit kannst du überhaupt gehen.
Das sind eigentlich die Herausforderungen,
die wir gerne annehmen, wo es dann in der
Öffentlichkeit Diskussionen gibt.
Was macht die Band da eigentlich? Drehen
sie jetzt völlig durch? Wollen sie jetzt
mit der alten Musik nichts mehr zu tun
haben.
Darum geht es uns gar nicht. Es geht Dinge
auszutesten, weil wir einfach in diesem
Moment so fühlen.
Eher innere Momente?
Ja. ´Void´ war definitiv das Produkt eines
Missverständnisses.
Wir waren damals bei der `Wea` .
Es war mehr eine Trotzreaktion, dass die
Platte so geworden ist, wie sie geworden ist.
Aber ihr seid schon zufrieden ...
Ja ´Void´ war eine sehr wichtige Platte
für uns.
Sie wäre aber nie so geworden, wenn die
Plattenfirma damals anders reagiert hätte.
Wir hatten damals Single - Demosongs
abgeliefert und dann hiess es auf einmal,
nein, das wollen wir jetzt nicht.
Dann haben wir gesagt, wenn ihr das nicht
wollt, dann machen wir erst recht das, was
wir wollen.
Klar macht man Kompromisse, gerade wenn man
bei einer großen Plattenfirma ist. Wir haben
aber aneinander vorbei geredet.
Es ist manchmal komisch, wie man auf
manche Wege getrieben wird und aus welchen
Gründen man Dinge macht.
Ja. Manchmal traut man sich als Künstler
nicht unbedingt.
Du arbeitest mit einer Firma zusammen und
du willst natürlich auch, das alle glücklich
sind und deswegen gehst du oftmals ...
... den harmonischen Weg...
Ja. Du willst eine gute Stimmung haben,
was bringt dir die geilste Platte der
Welt, wenn die Plattenfirma meint: Nein,
die veröffentlichen wir nicht.
Davon hast du auch nichts. Die Frage ist immer, wie weit man gewillt
ist, sich zu verbiegen.
Das ist eine Gratwanderung.
Verbiegen ist vielleicht das falsche Wort,
weil du magst die Musik eigentlich immer
noch, sie ist vielleicht nicht das Ideal,
was du haben willst, aber du kannst dich
trotzdem damit noch identifizieren.
Unsere Fans waren teilweise irritiert, aber
du kannst es nicht allen recht machen, aber
wir waren sehr glücklich in diesem Moment
und uns hat es gefallen.
Wir mussten aber viele Kritiken einstecken,
trotzdem haben wir viel gelernt und es hat
uns auch weiter gebracht. Die Leute wurden
auf einmal aufmerksamer auf uns, weil sie
gemerkt haben ...
... ihr könnt auch noch etwas anderes.
Ja. Wir erfüllen nicht unbedingt nur dieses
typische Klischee der Elektropop - Musik.
Woher kamen die Inspirationen für ´Two´?
Die Texte bei uns macht Thomas und
Songwriting ich. Es ist diesmal eine sehr
bewusste Platte geworden, die bewussteste
von allen.
Durch den Weggang von der `Wea`, Markus und
auch privat gab es ein paar Probleme,
deswegen habe ich mir einfach einen
Ausgleich gewünscht.
Ich wollte endlich eine schöne ruhige Platte
machen, also relativ ruhig für meine
Verhältnisse.
Ich bin in dieses midtempo - balladenmäßige
Feeling herein gegangen.
Ich habe keine Lust, dass die Leute in
diesem Sinne ab tanzen, sie sollten anders
tanzen.
Wenn du die Leute auf Konzerten siehst und
die Masse ganz anders reagiert, was ist
das für ein Gefühl, wenn man mitbekommt,
dass man verkannt wird? Gut sie kommen und
zahlen Eintritt, dennoch kann es doch
enttäuschend sein.
Es gibt Songs, die wir immer noch spielen,
bei denen ich erwarte, dass die Leute
abgehen. So waren wir früher und das finde
ich auch gut, aber wenn dann neuere Songs
kommen, wo ich ganz anders drauf bin,
erwarte ich eigentlich von den Leuten
gar nichts mehr.
Das ist doch traurig.
Nein, weil du kannst nie etwas erwarten.
Ich gehe von mir aus, wenn ich auf Konzerte
gehe, gucke ich mir die Konzerte an und will
einfach nur genießen.
Bei unseren Konzerten, wo ich auf der Bühne
stand, habe ich immer erwartet, dass die
Leute mitmachen und das ist mittlerweile gar
nicht mehr so.
Ich versuche natürlich immer noch zu
animieren, wenn ich merke, dass sie das
nicht wollen, zwänge ich ihnen das auch
nicht mehr auf. Ich habe für mich persönlich
einen größeren Schritt nach vorne gemacht,
dass ich jeden ...
... persönlich angesprochen habe (grins) ...
Nein, den persönlichen Freiraum lasse,
den er gerne auf dem Konzert haben will.
Früher habe ich das nicht so gesehen. Ich
war da früher sehr egoistisch.
Ich stehe bei Konzerten eigentlich auch
nur in der Ecke und genieße einfach und
tanze nicht mit, aber mir ging es eher um
die andere Richtung, wenn man eine Ballade
vorträgt, bei der es einem das Herz zerreißt
und jemand hottet vor dir ab...
Das passiert aber weniger, muss ich
feststellen, weil ich mittlerweile in einer
Position bin, als Frontmann, dass ich das
schon steuern kann.
Mit Platzverweis und Roter Karte ? (grins)
Ja. Genau (grins). So wie halt ein David
Gahan mit seinem Arsch wackelt und alle
schreien, so kann ich auch, im kleineren
Rahmen natürlich, die Leute schon steuern.
Hat sich eigentlich von Konzert zu Konzert
das Lampenfieber oder irgend etwas verändert?
Lampenfieber habe ich so gut wie gar nicht mehr, aber nicht weil es Routine geworden ist, sondern eine Sicherheit in mir verspüre.
Ich habe im Gästebuch bei uns einen Eintrag
gelesen, da hat eine gemeint, dass es
vielleicht arrogant herüber kommen könnte,
wie ich agiere und ob es auf den Erfolg
zurückzuführen wäre. Es ist bei mir etwas
ganz anderes, dass ist bei mir einfach
eine eigene Selbstsicherheit, die ich jetzt
gerade nach dem Weggang von Markus
definitiv erworben habe. Ich habe einfach
nicht mehr das Gefühl, dass ich jemand im
Genick habe, der kontrolliert, ob ich alles
richtig mache.
In der letzten Zeit ist mir das bewusst
geworden. Ich mache einfach mein Ding und
freue mich, wenn es den Leuten gefällt.
Falls es ihnen nicht gefällt, haben wir
beide Pech gehabt.
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 D.h. man muss dich dann mit 60 von der
Bühne prügeln ...
Nein, so lange will ich eigentlich nicht
machen. Ich bin kein Entertainer. Ein Robbie
Williams wird wahrscheinlich noch in 40
Jahren auf der Bühne stehen, wenn er
durchhält. Das ist nicht meine Aufgabe.
Du hast gerade den Weggang von Markus
angesprochen, überlegt ihr ob ihr wieder
jemand dazu nehmt, oder fühlt ihr euch an
sich so wohl?
Wir fühlen uns total gut. Wir haben zwar
auch unsere kleineren Rangeleien. Wir
respektieren einander und das ist das
wichtige an der ganzen Sache.
Denn wenn der Respekt verloren geht, sollte
man aufhören.
Wir wollen als De/Vision zu zweit sein und
wir haben natürlich unsere Gastmusiker dabei,
die aber in diesem Geflecht nicht so
aufgehen können. Uns kennen die Leute
einfach auch zu dritt und jetzt nur noch zu
zweit und ich weiss nicht, ob das so gut
wäre, jemand dazu zu holen.
Gibt es für dich eigentlich einen Traum,
den du dir erfüllen möchtest?
Träume sind meist mit Erfolg verknüpft,
wenn du einen gewissen Erfolg hast, dann
kannst du gewisse Dinge verwirklichen.
Bei mir sind viele Dinge leider an Geld
geknüpft. Ich würde gerne mit einem
Orchester auftreten, dass ist ein ganz
großer Wunsch von mir.
Wir haben bei der Unplugged Show damit
angefangen ein bisschen natürlicher zu
werden.
Ich hätte bei dieser Show schon gerne ein
paar Streicher dabei gehabt, aber das war
finanziell gar nicht durchsetzbar.
Filmmusik würde ich auch gerne mal machen. Welche Art von Filmen, Actionfilme oder
eher Liebesfilme? Nein, vielleicht irgend etwas
intellektuelles. Keine Ahnung, genau kann ich es auch
nicht sagen.
Einen Film, bei dem ich mehr mit flächigen
Sound arbeiten könnte, eher ans Orchester
angelegt. Ähnlich, wie ´In The Nursery´?
Kenne ich gar nicht, ´In The Nursery´ habe
ich noch nie richtig wahrgenommen. Ich
weiss ,dass viele sie kennen. Sie sind ja
auch in unserem Rahmen zeitlich zu sehen.
Ich kann dir ´Anatomy Of A Poet´
empfehlen und die Vertonung von ´The
Cabinet of Dr. Caligari´.
Ich glaube sie waren jetzt auch irgendwann
Live im Podewil in Berlin zu den
Stummfilmabenden zu sehen.
Das ist eine Band, bei der ich auch weiss,
dass sie den Sprung nie geschafft haben.
Denn viele behaupten, dass sie sehr gute
Musik machen.
Was heisst nie geschafft, weil sie nicht
so viele kennen? Ich glaube auf den
Konzerten waren die Leute immer begeistert
und berührt, dass reicht doch eigentlich,
oder?
Einerseits reicht es, aber wenn du jetzt
zum Beispiel finanziell davon überleben
musst, dann reicht es halt nicht.
Ich kann diesen Idealismus, den ich selber
auch nachvollziehen kann und teilweise
unterstütze, gut nachvollziehen.
Wenn du aber davon leben musst, so wie wir
das machen, dann musst du eine gewisse
Gratwanderungen gehen. Ich mache nun einmal
die Musik, die ich mache und die ist relativ
poppig. Ich verdrehe mich gerade mit ´Two´
nicht.
Es kommt darauf an, welche Prioritäten
man sich selber setzt!
Genau. Wenn sie natürlich mit ihrem Leben
zufrieden sind, mit dem was sie machen, ist
das super.
Dann kann ich das gut nachvollziehen.
Wie bist du eigentlich zur Musik gekommen?
So, halt. Eigentlich hat man mich gezwungen.
Mit einer Kanone im Rücken - jetzt trittst
du auf ...
Nein. Die Jungs haben früher schon Musik
gemacht. Markus, den man jetzt noch von
´De/Vision´ kennt oder kannte, man muss
jetzt von der Vergangenheit reden, der hat
früher mit zwei Kumpels Musik gemacht.
Ich habe mir die Sachen immer angehört und
immer gesagt, dass das nicht mein Ding ist.
Damals haben die Sänger immer mit der Melodie
gesungen, die vorgegeben war und das hat
mir nie gefallen.
Dann war mit meiner damaligen Freundin
Schluss und sie haben mich noch einmal
gefragt.
Gut, meinte ich, dann probiere ich das
einmal aus und auf einmal sollte ich singen.
Ich habe noch nie ein Wort vorher gesungen ...
Also warst du nicht im Kirchenchor?
Nein, gar nicht, um Gotteswillen. Sie
meinten auf einmal du singst jetzt, denn
du kannst das am Besten von uns.
Nicht schlecht.
Toll, so bin ich da hineingekommen und
habe halt mein Bestes versucht.
Gut, dass du in der Vergangenheit sprichst ....
(lacht)
Haben dich irgendwelche Platten
beeindruckt?
Es gibt schon ein paar Platten die mich
beeindruckt haben. Von ´Depeche Mode´,
´Some Great Reward´ , meine erste richtige
´Depeche Mode´ Platte, die ich mir gekauft
habe.
Was mich auch sehr beeindruckt hat, war
dann wieder ´Nirvana´ .
Am Anfang hatte ich ein Problem mit der
Band, weil jeder die gehört hat.
Wo ich dann wirklich gemerkt habe, dass
Gitarrenmusik doch nicht so Scheiße sein
muss. Ich war früher auch sehr elektronisch eingestellt.
Was mich noch beeindruckt hat, war
´Underworld´ und ´Prodigy´.
Habt ihr mal überlegt, ob ihr ähnlich wie
´Prodigy´ Musik machen wollt.
Ja, musikalisch ginge das. Das ist gar
nicht mal so schwierig, so etwas zu machen.
Hättet ihr damit ein Problem, wenn man
sagen würde, das klingt ja so wie ...
Nein, gar nicht mal, aber das würde rein
stimmlich gar nicht funktionieren.
Ich kann nicht so agieren. Ich glaube es
würde nicht hinhauen, denn wenn du
energiegeladene Musik machst, dann musst
du auch dementsprechend als Frontmann
agieren. Das würde ich nicht hin bekommen.
Also ich kann nicht einmal schreien.
Du hast keine innere Wut, die mal
ausbrechen musst ?
Privat schon ....
Aber nicht auf der Bühne.
Ich habe noch nie richtig geschrien, da
habe ich eine Barriere. Ich will das meinen
Stimmbändern auch nicht zumuten. Ich meine
es ist schon anstrengend genug, auf der
Bühne zu stehen und zu singen. Ich habe
schon eine relativ rauhere Stimme
bekommen ...
Vom Jim Beam?
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 Nicht durch den Alkohol. Das sind einfach
die Tourneen und das bleibt schon hängen.
Ich bin jetzt auch schon auf die neue
Tournee gespannt, wie ich die überstehen
werde.
Eure Musik wird mit Progressiv Pop umschrieben, was bedeutet das für euch?
Den Begriff haben wir selber kreiert. Es ist immer ein Problem, denn die Medien wollen einen Begriff. Was macht ihr eigentlich für Musik? Da gab es schon Differenzen in der Band, was machen wir eigentlich für Musik. Also, wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich einfach gesagt, wir machen ´Alternative´. Damals war Markus dagegen, denn ´Alternative´ verkauft sich nicht.
Wie, ´Independent´ und ´Avantgarde´...
Damit hat man ein Problem, man muss Mainstream sein. Thomas meinte eigentlich machen wir Pop und nun beschreibe mal Popmusik.
Wir haben einen Begriff gesucht, der das ein bisschen umschreibt und ´progressiv´, also nach vorne gehend, war passend.
Früher war es für unsere Verhältnisse sehr nach vorne gehend, wobei es jetzt wieder Tendenzen gibt, wo Leute sagen, ist der Begriff heute noch rechtens.
Ich bezeichne den Begriff ´progressiv´, als ein bisschen gegen das was gerade so läuft. Also gegen den wirklichen Mainstream im Pop- Business.
Also keine Popstars.
Nein, ich habe mich nie als Popstar gesehen.
Vor kurzem kam einer auf mich zu und fragte mich, wie fühlt man sich eigentlich so als Weltstar.
Ich guckte ihn an und meinte, erst mal bin ich kein Weltstar und zweitens bin ich privat hier. Da stimmen gewisse Relationen bei einigen Leuten nicht mehr, die denken du machst Musik und stehst ein bisschen im Rampenlicht und gleich bist du Millionär, hast Frauen und Häuser, einfach alles ...
Jetzt sag schon, dass du alles hast (grins) ...
Ich habe nicht alles. Ich will auch nicht alles.
Wie steht ihr zu politischen Themen?
Ich bin sehr politisch.
Aber nicht in der Musik.
Nein, erst mal schreibt Thomas die Texte. Wir wollten von Anfang an keine politische Band sein.
In diesem Sinne passt es zur Musik nicht.
Wie findest du ´Chumbawamba´, die sind doch auch ein bisschen popig?
Das ist mir alles zu sehr aufgesetzt.
Die Relationen stimmen nicht, aber das ist Definitions- und Geschmackssache.
Wenn du ein Popsong machst und auf einmal kommt ein politischer Text.
Ich frage mich, ob es denn wirklich euer ernst ist.
Dann kommen sie mit der nächsten Platte und meckern darüber, dass sie mit der davor so einen Erfolg hatten.
Das wollten sie gar nicht und dann sage ich mich auch, Jungs, ihr seid Volltrottel.
Sie sollen sich doch freuen, dass sie Dinge machen können, die sie vorher nicht machen konnten.
Aber so etwas ist doch Imagepflege, oder?
Ach, das ist Quatsch. Das ist albern.
Hast du eigentlich Angst, dass du dich durch den Erfolg änderst.
Wenn du nach 5 Jahren in den Spiegel guckst und dich fragst, wer das ist?
Ich habe mich in den anderthalb Jahren ziemlich verändert, aber ich glaube für meine Person gesehen zum Positiven.
Denn mittlerweile mache ich nicht mehr, was mir Leute sagen.
Ich habe jetzt meinen Weg gefunden, den ich auch mehr oder weniger gehen werde. Ob mir gewisse Leute folgen oder nicht, weiss ich jetzt noch nicht.
Ich habe aber ein Bild im Kopf, was ich gerne alles umsetzen möchte und versuche das auch.
Ich habe ziemlich lange auf andere gehört und gemerkt, warum eigentlich.
Im Endeffekt haben die dich nur verarscht.
Nicht nur musikalisch, sondern auch privat.
Woher weißt du, dass das der richtige Weg ist?
Ich höre sehr gerne auf andere, aber nur weil ich dann, wenn es schief geht noch Mitschuldige habe!
Ja schon, aber irgendwann kommst du an einen Punkt.
Ich bin jetzt 32 Jahr alt und habe doch schon einiges mitgemacht.
Ich habe Jahrelang auf Menschen gehört, das habe ich auch gerne gemacht, vielleicht auch um mich selbst dahinter ein bisschen zu verstecken.
Jetzt merke ich, je mehr ich das mache, was ich denke, ist zu mindestens für mich die Erfüllung halt da ...
Innere Zufriedenheit ?
Ja. Das ist so, wie ich jetzt auf der Bühne stehe und mein Ding mache.
Diese Art würde ich umschreiben mit positivem Egoismus, den ich mir angeeignet habe.
Du musst in diesem Business einen gewissen Egoismus lernen.
Hast du Angst andere zu enttäuschen? Wenn du jetzt damit beginnst diesen gesunden Egoismus anzuwenden und früher anders warst, dann ist das für deine Umgebung doch ungewohnt.
Nein es ist mittlerweile so, dass ich sage, dass ich nicht mehr enttäuscht werden will.
Ich habe viel zu viel auf andere gehört und mir den Arsch für gewisse Leute aufgerissen, aber es wurde mir nicht gedankt.
Es tut mir leid für gewisse Menschen, die zu mir kommen und vielleicht gar nicht so sind und ich sie vielleicht damit verletze, dass kann natürlich jetzt passieren.
Man muss irgendwann einmal aus den Fehlern lernen, die man in der Vergangenheit gemacht hat.
Dafür sind Fehler da, dass man daraus lernt.
Wenn es dann auf gewisse Leute ein bisschen arrogant wirken mag, muss ich damit leben, denn du kannst es niemals allen recht machen.
Euer Musikstil wird umschrieben mit Einflüssen aus Techno, Crossover - gibt es eigentlich auch Einflüsse die ihr nie aufgreifen würdet, wie R&B oder Soul?
Du hast es genau angesprochen. Rein vom Gesang wollte ich das gar nicht.
Ich hatte jetzt vor kurzem auch ein Angebot von einer bekannten HipHop- Band, ohne Quatsch, die auch chartmäßig in den Top10 waren, den Namen will ich jetzt nicht sagen. Die haben einen Sänger gesucht.
Der Verlag ist auf mich zu gekommen und hat mich gefragt, ob ich das nicht machen will.
Ich habe mir den Song angehört und gefragt, was soll ich denn da machen? Wenn ich da was mache, muss ich auswandern.
Das sind Dinge, die ich nicht machen werde.
Ich bin kein HipHoper und kein Souler. Ich bin im größeren Sinne ein Popper mit Rockallüren, so etwas in der Richtung.
Danke für das Interview und viel Erfolg!
|
a.jo
http://www.devision.de http://www.focusion.de
Two
- 22.September D - Riesa (bei Dresden) Festival Open Air
- 10.Oktober D - Hamburg Schlachthof
- 11.Oktober Dk - Kopenhagen Stengade 30
- 12.Oktober Swe - Göteborg Kompaniet
- 13.Oktober N - Oslo John Dee + icon of coil
- 16.Oktober D - Rostock Mau Club
- 17.Oktober D - Hannover Capitol
- 18.Oktober D - Köln Live Music Hall
- 19.Oktober B - Gent Tweio
- 20.Oktober Uk - London Camden Underworld
- 21.Oktober D - Bochum Zeche
- 23.Oktober D - Frankfurt/M Batschkapp
- 24.Oktober F - Paris La Locomotive +Clan of Xymox
- 25.Oktober D - Stuttgart Röhre
- 27.Oktober E - Barcelona Sala Bikini
- 28.Oktober E - Madrid Revolver Club
- 30.Oktober CH - Zürich Dynamo
- 31.Oktober D - München Backstage
- 1.November D - Erfurt Petersberg
- 2.November D - Dresden Reithalle
- 3.November D - Leipzig Anker
- 4.November D - Berlin ColumbiaFritz
- 5.November PL - Posen ESKULAP
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