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Hollow Skai: In-A-Da-Da-Da-Vida 

10.01.2001

Ein gutes Buch ist wie gute Musik: Es verändert dich. Bücher über Musik und Popkultur sind ein besonderes Thema; gute Biografien sind selten, weil sie oft von Pedanten geschrieben sind, die jede Blähung mit einem Datum versehen und Versuche, Strömungen und Stimmungen der Szene oder einer Ära einzufangen, scheitern im besten Falle daran, dass der Autor sich irgendwann mal selbst stoppen muss, damit ein potentieller Käufer das Buch auch ohne Kranwagen nach Hause kriegt.

Hollow Skai: In-A-Da-Da-Da-VidaHollow Skai: In-A-Da-Da-Da-VidaDie Alternative ist da: In-A-Da-Da-Da-Vida heißt das neue Buch von Hollow Skai und ist eine Sammlung von magischen, mythischen & mysteriösen Geschichten zu Pop-Songs . Egal, wo man In-A-Da-Da-Da-Vida aufschlägt, die Bedienung ist bestens – jede Seite ein Stern des Pop – Universums, eine kurze Einleitung für die, die Ihn/Sie nicht kennen und schon ist man mitten in einer kurzen Story zum Kopfschütteln, Ablachen oder Anzweifeln. Letzteres sollte eigentlich nicht sein, da Hollow Skai behauptet, nur überprüfte Fakten hätten den Weg in sein Buch gefunden, aber, wo Magie und Mystik im Spiel sind, haben Fakten nichts verloren, da kannste jede Hobbyhexe fragen. Ansonsten kann man ja auch das Motto der bewährten Gespenster-Comics übernehmen, das da lautet: Seltsam? So steht es geschrieben! . Das tut niemandem weh und nimmt dem Buch gar nichts von seiner Originalität – abgesehen davon werden ja auch überwiegend höchst irdische Themen angeschnitten, wie Sex, Drogen, Geld & Werbung - The Great Rock`n Roll – Swindle als Katalog, abrufbar im Stichwortverzeichnis. Ich darf aus dem Angebot zitieren: Wie Bob Dylan den Beatles das Kiffen beibrachte, Robert Johnson seine Seele dem Teufel verkaufte und Tupac Shakur erschossen wurde. Warum Frank Farian Milli Vanilli verpfiff, Brian Eno keine Lovesongs schreibt und Sinéad O`Connor das Papstbild zerriss. Außerdem die Storys über Paul McCartneys angeblichen Tod, Bob Marleys Pakt mit der Atomindustrie oder Scott Walkers Flucht ins Kloster. Hier wird nichts menschliches ausgelassen, sei es lustig, traurig oder aber auch peinlich für den Betroffenen und manchmal fühlt man sich an die Zeitung mit den großen Buchstaben erinnert – und liest munter weiter.

Hollow Skai: In-A-Da-Da-Da-VidaHollow Skai: In-A-Da-Da-Da-VidaDas alles wirft die Frage auf: Who the Fuck is Hollow Skai ? Ich sag es Euch. Der Mann ist der Begründer des Independent-Labels No Fun Records , schrieb ein Standartwerk über Punk , eine Scorpions - Biografie, war lange Zeit Pop-Redakteur beim stern und schrieb außerdem noch für Rolling Stone, max und Mare. Das ist eine äußerst bunte Mischung an Lebensstationen – Angst vor neuen Herausforderungen scheint Herr Skai nicht zu kennen und in der ihm eigenen Art nennt er sein Werk nicht einfach Buch , sondern ein Songbook . Es ist aber noch mehr, es ist so etwas wie eine Single-Sammlung - greif blind herein, leg eine auf, genieße es, wenn nicht, nimm die nächste. Ich finde, so kommt In-A-Da-Da-Da-Vida am besten. P.S.: Die Story, wie der Titel In-A-Gadda-Da Vida von Iron Butterfly entstand, ist zum Brüllen!

vladinova

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