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Asian Dub Foundation |
03.04.2000
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Mit ihrem dritten Studio-Album "Community Music", betitelt nach dem Ort in London, wo die Geschichte von ASIAN DUB FOUNDATION begann, und als Respektsbezeugung gegenüber ihren, aus den verschiedensten Kulturen stammenden, Fans, schreibt die ASIAN DUB FOUNDATION ein weiteres Kapitel ihres eigenen musikalischen Stils und schickt sich an, mit dem Label FFRR/London/eastwest im Rücken mehr Menschen als je zuvor zu erreichen. "Community Music" ist musikalisch gesehen vielleicht auch ein wenig versöhnlicher als alle bisherigen ADF-Releases - textlich aber bestimmt nicht.
 Wer meint, die britische Musikszene liesse sich der Einfachheit halber auf das Erfolgsrezept eingängigen Britpops reduzieren, der irrt - und dem machen ASIAN DUB FOUNDATION einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Fernab der Retro-Maschinerie mit ihren recycelten Sounds schlägt das Quintett ganz eigene Töne an. Seit ihrer Gründung 1993 steht die ASIAN DUB FOUNDATION für ihre Vermischung von harten Ragga-Jungle Rhythmen, Dub-Bässen, verbunden mit einem Schuss Punkrock und engagierten Rap-Lyrics, auf der einen - und traditionellen indisch-spirituellen Einflüssen mit sitar-inspirierten Gitarren auf der anderen Seite.Die eigenwillige Zusammenführung unterschiedlichster Musikstile kommt nicht von ungefähr, sondern ist eng mit dem persönlichen Hintergrund der Bandmitglieder verbunden. Ausgangspunkt war die Londoner Organisation "Community Music", wo Bassist Aniruddha Das (aka Dr. Das) Workshops für zumeist asiatische Jugendliche organisierte, in denen er sie ermutigte, eigene musikalische Wege zu gehen und Techniken wie MIDI und Sampling gezielt einzusetzen. Mit einem seiner Schüler, dem damals 15-jährigen Rapper Deeder Zaman (Master D), der seit seinem neunten Lebensjahr in Bands wie Joi und State of Bengal rappt, gründete Dr. Das die ASIAN DUB FOUNDATION. Zusammen mit dem Bürgerrechtler DJ John Pandit (aka Pandit G), absolvierten sie ihre ersten Auftritte und spielten auf Anti-Rassismus Konzerten. Mit dem bald darauf rekrutierten Gitarristen Steve Chandra Savales (aka Chandrasonic), vormals Mitglied der Techno-Dub-Vertreter Higher Intelligence Agency, ging es weiter voran, bis das Line Up mit dem DJ und Tänzer Sanjay Tailor (aka Sun-J) 1995 schliesslich komplett war. Mit ihren an revolutionäre Slogans erinnernde Hooklines und Refrains wollen ASIAN DUB FOUNDATION gleichzeitig wachrütteln, informieren und organisieren, ähnlich ihrer Arbeit für Community Music. "Die Slogans haben Substanz und stehen in Beziehung zu unserer Arbeit in den Workshops." (Steve Chandra Savales) Das fortgesetzte Eintreten für die verschiedenen Organisationen und Bewegungen hält sie selbst wach und stets über soziale Missstände informiert. Denn die politische Arbeit von ASIAN DUB FOUNDATION erschöpft sich nicht in der Rolle als Sprachrohr gegen Rassismus und das Eintreten für den asiatischen Teil der britischen Bevölkerung, sondern ist Teil ihres weiter gefassten Engagements für soziale Gerechtigkeit. Ihr Debütalbum "Facts And Fictions", das 1995 auf Nation Records erschien, ging weitestgehend in der landesweiten Euphorie für Retro-Gitarren-Pop unter. Auf dem Kontinent dagegen wurde ihnen mehr Aufmerksamkeit zuteil und ASIAN DUB FOUNDATION hatten reichlich Gelegenheit auf Tour zu gehen und ihre Live-Künste zu verfeinern. Die druckvolle Mischung von einzigartigen Sound und engagierten Lyrics stiess vor allem in Frankreich auf offene Ohren, wo 1997 ihr zweites Album "R.A.F.I." von Virgin France veröffentlicht wurde. Ein Jahr später erschien, ebenfalls auf Virgin France, das Livealbum "Conscious Party". Die verdiente Aufmerksamkeit in ihrer Heimat erlangten ASIAN DUB FOUNDATION schliesslich durch eine Tour mit Primal Scream, die sie im Sommer 1997 durch Großbritannien führte und ihnen die Tür zu einem weitaus grösseren Publikum öffnete. Mit London Records war nun auch das entsprechende Label gefunden.
Zusammen mit Primal Scream veröffentlichten sie die Single "Free Satpal Ram", die viel dazu beigetragen hat, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Situation eben jenes Satpal Ram zu lenken, von dem beide Bands überzeugt sind, dass er zu Unrecht im Gefängnis sitzt und Opfer einer vorurteilsbehafteten Justiz ist.
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 Das folgende Jahr stand ganz im Zeichen des neuen Albums "Rafi´s Revenge", dass im Grunde genommen eine Neuauflage des "R.A.F.I."-Albums war, doch durch das intensive Touren mit neuer Energie aufgenommen wurde. "Rafi´s Revenge" wurde, nicht zuletzt von den Kritikern, begeistert aufgenommen und für den renommierten britischen "Mercury-Award" nominiert. Die ASIAN DUB FOUNDATION hat sich mit ihrem Set, das die Energie und Aggression von Punkrock mit Dancefloor-Atmosphäre vermengt, den Ruf als eine der aufregendsten Livebands erspielt, die ein kulturell völlig heterogenes Publikum begeistert. Bobby Gillespie von Primal Scream legt sich sogar fest: "Sie sind DIE beste Liveband in ganz Großbritannien." Ihr musikalisches Erfolgsrezept? "Ich glaube, wir sind mit einer völlig anderen Einstellung zur Musik gekommen", erklärt Bassist Dr. Das, "wir trennen die Dinge nicht voneinander. Wir hören die unterschiedlichsten Arten von Musik und lassen all diese verschiedenen Sounds in unserer Musik zusammen arbeiten." "Manche Leute stellen unsere Authentizität in Frage; sie sagen, unsere Musik hört sich nicht asiatisch an. Wir benutzen verzerrte Gitarre und Bass, aber die Musik, die wir spielen, ist sehr stark von indischen Skalen beeinflusst", offenbart Dr. Das, der mit einer Kost aus indischer Klassik und Folkmusik aufwuchs und von seiner Tante schon in sehr frühem Alter Harmonium-Unterricht bekam. "Ich habe schon immer Basslinien aus Gesangsmelodien entnommen", fährt er fort, "was eigentlich aus dem Reggea kommt. Basslininen sind für mich sehr vokal, was von den Harmonium-Skalen rührt. Ganz im Unterschied zur englischen Herangehensweise, die auf Akkorden beruht. Wir sehen alles als austauschbar an und probieren alles aus." "Die Leute sagen, in der Musik ist schon alles gemacht worden. Das ist es nicht!", ereifert sich Chandrasonic. "Es gibt noch so viele Wege zu entdecken. ASIAN DUB FOUNDATION geht es darum, die Beziehung zwischen verschiedenen Rhythmen und Sounds zu erkunden. Dabei ist es weder Fusion noch eklektisch", womit er zwei oft gemachten Beschreibungsversuchen ihrer Musik sogleich den Boden entzieht. "Es geht vielmehr darum, die gegenseitigen Verbindungen herauszustellen und die Metapher auf die Menschen auszudehnen - die Verbindung zwischen Menschen, ökonomisch und historisch."
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 Im Rahmen ihrer ausgiebigen Touren stand die ASIAN DUB FOUNDATION 1998 auf den Bühnen mehrerer Top-Festivals in ganz Europa und Japan, wo sie z.B. auf dem Fuji Rock Festival spielten. Als Support der Beastie Boys hatten sie im Herbst des Jahres die Gelegenheit, ihre Musik endlich auch dem amerikanischen Publikum vorzustellen und stiessen zu ihrer eigenen Überraschung auf weit offene Ohren. Ihren guten Einstand toppten sie im Frühjahr 1999 mit einer eigenen Headliner Tour durch die USA und Kanada. In vielen Städten spielte die Foundation in ausverkauften Häusern.Der Erfolg versetzt sie in die Lage, eigene Projekte zu finanzieren und den musikalischen Nachwuchs zu förden. Sie gründeten die ADFED - ASIAN DUB FOUNDATION EDUCATION - in deren Rahmen die Band eigene Musik-Workshops für zumeist junge Asiaten organisiert, die sich von allgmeinen Bildungschancen ausgeschlossen fühlen. Als erste dieser Bands haben "Invasion" im Vorprogramm der Foundation im Londoner Astoria Theater vor 2000 Leuten gespielt - nicht schlecht für den ersten Live-Auftritt. Die Arbeit und der Erfolg der ASIAN DUB FOUNDATION hat dazu beigetragen, die vorherrschenden stereotypen Bilder von asiatischen Musikern und Asiaten überhaupt zu entlarven und zu korrigieren. Sichtbare Anerkennung gab es von der BBC in Form des "BBC Asian Award for Music" Ende 1998. Der Band-Jahresrückblick 1999 kann sich sehen lassen: Die ASIAN DUB FOUNDATION hat ihre U.K. Tour abgeschlossen, ADFED vorangebracht, ein weiteres erfolgreiches Benefiz-Konzert für Satpal Ram in der ausverkauften Londoner Scala organisiert, Protestaktionen mit namhaften Künstlern und Persönlichkeiten wie Primal Scream, Irvine Welsh und Annie Nightingale arrangiert und an ihrem neuen Album "Community Music" gearbeitet. Von ihrem Ärger, ihrer Leidenschaft und ihren Bindungen haben sie keinen Deut verloren, ASIAN DUB FOUNDATION haben mit "Community Music" aber ein "verfeinertes" Nachfolge-Album zu "Rafi´s Revenge" vorgelegt, dass sie geschrieben und auch produziert haben. Als einziger der vierzehn Songs wurde "Taa Deem" nicht von der Band geschrieben. Ein Song, der dem grossartigen indischen Musiker und Sänger Nusrat Fateh Ali Khan Tribut zollt. Als Opener und gleichzeitig erste Single rechnet "Real Great Britain" mit Blairs New Labour-Politik mit den Worten ab: "Not enough schools,
Not enough homes -
Just phoney care in his millenium dome -
More prime cuts than beef on the bone -
And there´s too many questions you´re not answering Tone"
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eastwest records
Asian Dub Foundation on Tour
- 01.05.2000 Hamburg - Große Freiheit
- 02.05.2000 Berlin - Columbia Fritz
- 05.05.2000 Chemnitz - Talschock
- 06.05.2000 München - Babylon
- 16.05.2000 Darmstadt - Central Station
- 17.05.2000 Stuttgart - Lka
- 18.05.2000 Köln - Live Music Hall
Tourveranstalter: Contour
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